70er und 80er Jahre

   
 


 

 

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Die Literatur der siebziger und achtziger Jahre.
 
à NEUE SUBJEKTIVITÄT bezeichnet die Richtung in der deutschen Literatur seit den siebziger Jahren, die Stark subjektive und autobiografische Tendenzen aufweist.
Grenzt sich ab von der stark politisierten Literatur der Zeit um 1958
 
-          Politisches Scheitern der Protestbewegung von 1968, Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag à Hinwendung zum Privatleben in der deutschen Literatur
-          Oft wird eigene Biografie zum Schreibanlass genutzt
 
Die Literatur der BRD der 80er Jahre versuchte den begrenzten Erfahrungshorizont der Neuen Innerlichkeit zu überwinden. Außerdem fand eine Überwindung der Trennung zwischen west- und ostdeutscher Literatur statt, die durch gemeinsame Treffen und die Übersiedlung ostdeutscher Schriftsteller in die BRD eingeleitet wurde. Ausgelöst wurde die Übersiedlung vieler DDR-Schriftsteller, z.B. Günter Kunert, Sarah Kirsch und Reiner Kunze, durch die Ausbürgerung Wolf Biermanns.
Die Lyrik der 80er Jahre war stark von Themen wie Technik- und Fortschrittskepsis sowie Geschichtspessimismus geprägt. Der erfolgreichste Roman der 80er Jahre war Patrick Süskinds Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders (1985).
 
Das Ende der Ära Walter Ulbricht, der 1971 von Erich Honecker abgelöst wurde, läutete eine Wende in der Literatur der DDR ein. Im Mittelpunkt stand nun das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, das z.B. in Ulrich Plenzdorfs Die neuen Leiden des jungen W. thematisiert wurde.
Der Liedermacher Wolf Biermann setzte sich konsequent kritisch mit der DDR auseinander und erhielt dafür auch öfters Aufführungsverbote. Zum Eklat kam es, als Biermann 1976 ein in Köln offiziell genehmigtes Konzert gab und ihm die Rückkehr in die DDR verweigert wurde. In einem offenen Brief forderten zahlreiche Schriftsteller vergebens, die Ausbürgerung Biermanns zurückzunehmen. Viele Autoren verließen in der Folgezeit die DDR und übersiedelten in den Westen, z.B. Sarah Kirsch und Günter Kunert. Andere Autoren wurden vom DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen oder traten selbst aus.
Ihre Erfahrungen als Schriftsteller in der DDR und den damit verbundenen Schwierigkeiten verarbeiteten viele Autoren nach der Wende, z.B. Reiner Kunze in Deckname Lyrik (1990) oder Erich Loest in Der Zorn des Schafes (1990).
 
Literarische Formen (BDR):
-          Dokumentarisches Theater
-          Alltagslyrik, Politische Lyrik
-          Autobiographien
Literarische Formen (DDR):
-          Aufbauroman
-          Ankunftsroman
 
Literatur der 70er:
-         Keiner weiß mehr (1968) - Brinkmann
-         Aus dem Tagebuch einer Schnecke (1972) - Grass
-         Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann (1974) - Böll
-         Die wunderbaren Jahre (1976) - Kunze
-         Ein fliehendes Pferd (1978) - M. Walser
Literatur der 80er:
-         Ästhetik des Widerstands (1975/78/81) - Weiss
-         Stilleben (Gedichte, 1983) - Kunert
-         Das Parfum (1985) - Süskind
-         Die Rättin (1986) - Grass
-         Die Taube (1987) - Süskind