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Althochdeutsche Literatur.
(750 – 1050)
 
à älteste Periode der hochdeutschen Literaturgeschichte
à das Auftauchen althochdeutscher Texte fällt ungefähr zusammen mit der Regierungszeit Karls des Großen (747 – 814)
 
 
Die entstehende Literatur trug einen gewissen Missions- und Bildungscharakter. Am Hofe des Kaisers wurde eine Akademie gegründet, es entstanden verschiedene Bibliotheken und antike Autoren wurden rezitiert. Zu dieser Zeit war die deutsche Literatur sprachlich kein einheitliches, sondern ein mehrsprachiges Gebilde, wobei das Latein als „Hochsprache aller germanischen Stämme fungierte. Lateinische Taxte wurden in die germanischen Dialekte übersetzte. Die ältesten Schriften sind Glossare (Wortverzeichnisse mit Erklärungen), Glaubensbekenntnisse, Beichtformeln und Übersetzungen des Vaterunsers.
Auf dem Gebiet des späteren Deutschlands lässt sich eine Zweiteilung in hoch- und niederdeutsche Dialekte beobachten, die bis heute anhält.
 
-          Latein beherrschte das Mittelalter von Anfang bis zum Ende, ein ganzes Jahrtausend lang, von 500 bis 1500 n. Chr.
-          Lesen und Schreiben lernten im Mittelalter nur einige wenige Menschen, am ehesten in Klöstern
-          STANDESPYRAMIDE: entschied über Grad an persönlichen Freiheiten, Aufgaben waren den Ständen von Gott gegeben
o       Einfaches Volk (analphabetisch), v.a. Bauern
o       Adlige
o       Geistliche
o       Gott
-          Menschen des Mittelalters zeichnete tiefe Frömmigkeit aus
à verstanden sich als Teil einer ganzen, größeren göttlichen Ordnung
 
Arten althochdeutscher Dichtung
 
764/772 – datiert die erste schriftliche Überlieferung
 
à althochdeutsche Schriften waren vor allem für Menschen des Mittelalter bestimmt, die des Lateinischen nicht mächtig waren
à Literatur wurde damals in erster Linie mündliche tradiert
àinhaltlich ist sie bereits christlich umgeprägt
 
Das Heldenlied
 
à episch-balladeske, mündlich vorgetragene Dichtung
à besteht mit der Verschriftlichung der Literatur als kleinere Form der Heldendichtung weiter
à erzählt Episoden aus dem Leben der Heldengestalten
 
Typische Stilmittel
 
-          Langzeile: Verspaar erscheint auf einer Zeile als Einheit
-          Endreim: 2 Verse werden durch Gleichklang ihres Ausgangs (Kadenz) miteinander verbunden
-          Silbenbetonung
-          Zahlreiche Kurzpaarverse, die durch Endsilbenreime miteinander verbunden sind
 
Literarische Entwicklung im 10. und 11. Jahrhundert
 
à mit der Reichsteilung im 9. Jahrhundert begann sich das fränkische Reich sprachliche zu differenzieren
à Latein errang auch Vormachtstellung in der Literatur
à mittelalterliche Mystikerin verfasst Legenden und Dramen in lateinischer Sprache
 
Wichtigste literarische Werke des 10. Jahrhunderts schuf der St. Galler Mönch NOTKER LABEO (950 – 1022)
- Lehrer der Klosterschule St. Gallen
- schrieb deutsche Bearbeitungen wichtiger lateinischer Schulschriften
- war auch sprachschöpferisch tätig, übersetzte lateinische Begriffe ins    Althochdeutsche
 
Zwischen 1030 und 1050 entstand der erste, frei erfundene lehrhafte Abenteuer- und Ritterroman „Ruodlieb“.
-          Verfasser: wahrscheinlich ein Tegernseer Geistlicher
-          Das Werk ist nur fragmentarisch überliefert
-          Wurde durch Motive und Strukturen des Märchens und des spätantiken Romans beeinflusst
-          Gilt jedoch als poetisches Werk, da es sich kaum in literarische Traditionen der Entstehungszeit einordnen lässt


Mittelhochdeutsche Literatur.
( ab etwa 1050)
 
à Unterteilung in Frühmittelhochdeutsch, klassisches Mittelhochdeutsch (1170-1250) und Spätmittelhochdeutsch (1250-1350)
 
Historische Hintergründe
 
-          entscheidende Wandlungen: nicht mehr nur die bischöflichen Sitze (geistliche Literatur) werden zu Zentren der Bildung, nun erobern Ritterburgen und fürstliche Residenzen (weltliche Literatur) die Kultur
à Ursachen: Kaiser konzentrierte sich auf den wichtigen äußeren Zusammenhalt des heiligen römischen Reiches, Fürsten übernahmen als Vasallen verstärkt lehnherrliche Aufgaben
à Kaiser mussten ihren Vasallen immer mehr Rechte zubilligen, damit diese ihnen in den Auseinandersetzungen mit dem Klerus folgten
à daraus resultierendes Selbstbewusstsein der Vasallen führte zu einer nie dagewesenen Blüte der Literatur und Kunst (klassische Periode)
-          Investiturstreit (1059-1077) zwischen deutschem Kaisertum und römischem Papsttum
-          1356: Goldene Bulle legt fest, dass 7 Fürsten des Reiches den Königs küren dürfen à Stärkung des Einflusses der Kurfürsten, während der kaiserliche deutlich sank
-          14. Jahrhundert: weitere entscheidende gesellschaftliche Veränderungen
-          Innerkirchliche Machtkämpfe à Spaltung der Kirche à Schwöchung der Klerus
-          Zerfall des Rittertums und des Lehnswesens à Raubrittertum breitet sich aus
-          Aufkommen der Geldwirtschaft, viele Städtegründungen à bürgerliche Stand konnte sich etablieren
-          Gründung von Schulen und Universitäten, Ausbildung einer bürgerlichen Elite, Förderung der Kultur
 

 
Frühmittelhochdeutsche Literatur
 
à Herausbildung einer relativ homogenen überregionalen Dichtersprache
à charakteristische Genres: Legendendichtung, Mariendichtung
 
Klausnerin FRAU AVA (um 1060-1127) verfasste mehrere einfach gestaltete, jedoch tiefe Religiosität ausstrahlende Verse, die alle um biblische Thematiken kreisen, unter ihnen „Johannes“, „Das Leben Jesu“, „Der Antichrist“, „Das Jüngste Gericht“.
 
Hochklassik
 
à entstand im 12. Jahrhundert
à stark weltlich orientierte Literatur
 
 
Dichtungen: Spielmannsdichtung
                   Ritterlich-höfische Dichtung
Kreuzzugsdichtung
Artusdichtung
Minnedichtung
 
Minnedichtung:
à Anbetung einer höher gestellten Frau als Herrin durch einen Gefolgsmann
à Minne muss hier als rein gedankliche Tat gedacht werden
à Verherrlichung des Weiblichen als Verkörperung Gottes auf Erden
à ein wesentliches Motiv ist die Treue
 
Formen der Minnedichtung:
Kanzone, Kreuzlied, Pastourelle, Tanzlied, Tagelied, Minneleich
 
Spätmittelhochdeutsche Literatur
 
à Beschäftigung mit dem altgermanischen Sagenkreis um Dietrich von Bern
à Höhepunkt: 13. Jahrhundert
 
Einer der bedeutendsten Lyriker des Spätmittelalters (zugleich letzter Minnesänger):
OSWALD VON WOLKENSTEIN (um 1375/78 – 1445)
-          sein Werk verweist bereits auf Renaissance
-          2 repräsentative Handschriften über 130 Lieder meist voller Witz und Humor, ebenso zahlreiche mehrstimmige Kompositionen, viele davon Bearbeitungen aus dem Französischen und Italienischen


Frühneuhochdeutsche Literatur.
 
à gekennzeichnet durch Humanismus im philosophischen Denken, Renaissance in Kunst und Kultur sowie Reformation im geistlich-religiösen Bereich
à 14. und 15. Jahrhundert: Entwicklung neuer philosophischer Strömungen in Europa à Veränderung der Weltanschauung
à es entstand das Bild vom Menschen als Individuum
à Bildung rückte in den Vordergrund
 
 
Renaissance
 
à Zeit zwischen 1350 und Beginn des 16. Jahrhunderts
Kennzeichnet Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit
à Volkssprache wurde als neue Literatursprache entdeckt
 
Neue Erfindungen wirken sich auf den Zeitgeist aus:
-          Entstehung neuer Wissenschaften: Astronomie, Physik, Medizin, Chemie, Technik
-          Neue Einschätzungen von Raum und Zeit durch Erfindung von Taschenuhr (Henlein) und Fernrohr (Galilei)
-          Buchdruck = Alphabetisierung = Bildung
 
à Bauerkriege und religiöse Bewegungen gegen Autorität und Korruption der Kirche und die Zentralgewalt
 
-          Zentralgewalt verliert an Macht
-          Entstehung absolut regierender Territorialstaaten
-          Bürgertum erstarkt durch neue Aufgaben: Beamtentum
-          Wirtschaft
 
à Frühkapitalismus
 
 
 
Humanismus
 
à philosophische Strömung
à verbreitete sich im 14. und 15.Jahrhundert in ganz Westeuropa
à Orientierte sich an der klassischen Antike
à Mittelpunkt der Betrachtungen: Würde und Wert des Individuums
 
Gesellschaftliche Veränderungen à Veränderung des Weltbildes à Selbstverständnis des Menschen
 
-          Mensch als Zentrum allen Geschehens
-          Mensch als Individuum
-          Freiheit in Entwicklung der Persönlichkeit
-          Beginn politischer Aktivitäten
 
Die deutsche Literatur ist durch den konfessionellen Kampf bestimmt und weitgehend satirisch ausgerichtet.

Reformation
 
à Bewegung innerhalb der katholischen Kirche
à beendete Vorherrschaft des Papstes in der Kirche
à führte zur Gründung protestantischer Kirchen
 
 
- einheitliche deutsche Nationalliteratur
à entscheidende Vorraussetzung: Bibelübersetzung von Dr. Martin Luther
à technische Grundlage: Erfindung der Buchdrucks